Hülsenfrüchte kochen leicht gemacht: Erbsen, Bohnen & Linsen kochen und haltbar machen

Hülsenfrüchte kochen ist leichter als es scheint

Hülsenfrüchte kochen ist aufwendig: erst müssen sie über Nacht eingeweicht und anschließend eine Stunde lang gekocht werden. Und wie sollst du heute wissen, ob du morgen Lust auf Kidneybohnen hast?
Ist es da nicht viel einfacher, zu Hülsenfrüchten aus dem Glas oder der Dose zu greifen?

Hülsenfrüchte selber kochen ist nicht nur nachhaltiger, sie schmecken auch viel besser. Wie du ganz einfach Kichererbsen, Bohnen und Linsen kochen kannst, erfährst du hier.

1. Eine große Menge Hülsenfrüchte kochen

Entscheidend ist, dass du nicht nur die Menge Hülsenfrüchte zubereitest, die du heute essen möchtest, sondern gleich die vier- oder fünffache Portion kochst.

So musst du nur einmal ans Einweichen denken, nur einmal kochen und hast immer verzehrfertige Bohnen, Linsen und Erbsen im Haus- ganz ohne Müll und Kochstress!

Getrocknete Hülsenfrüchte kochen spart eine Menge Müll.

2. Hülsenfrüchte einweichen

2.1. Bohnen und Kichererbsen einweichen

Einige Sorten Hülsenfrüchte müssen rund 12 Stunden eingeweicht werden, damit unverdauliche Kohlenhydrate entweichen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Kidneybohnen
  • Weiße Bohnen
  • Mungobohnen
  • Azuki-Bohnen
  • Braune Linsen (Tellerlinsen)
  • Kichererbsen
  • Grüne Erbsen

Generell gilt: Je größer die Hülsenfrucht, desto länger muss sie eingeweicht werden. Durch das Einweichen verkürzt sich außerdem die Kochzeit.

Ich weiche immer gleich eine größere Menge Hülsenfrüchte (200 bis 300 Gramm) ein, um Zeit zu sparen.

2.2. Rote und gelbe Linsen kochen

Rote und gelbe Linsen müssen nicht eingeweicht werden, es reicht, sie in einem Sieb abzuspülen, bis das Wasser nicht mehr trüb ist.

Das Tolle an roten und gelben Linsen ist die kurze Zubereitungszeit: Schon nach 5 Minuten zerfallen rote Linsen beim Kochen, gelbe Linsen sind nach etwa 10 Minuten gar.

Weniger schön ist, dass Linsen unverdauliche Oligosaccharide abgeben, die für Blähungen sorgen. Daher sollte der Schaum, der beim Kochen von Linsen entsteht, immer abgeschöpft werden.

Ich habe mich immer gefragt, wie die Zubereitung von Gerichten wie Linsen-Dal funktionieren soll, bei dem die Linsen zusammen mit Gewürzen in Öl angebraten und dann mit Wasser oder Kokosmilch abgelöscht werden.

Wie kann man so noch den Schaum mit den Oligosacchariden abschöpfen?
Dann würde man ja einen Teil des Suds aus Gewürzen und Aromen auch weggießen.

Die Lösung ist: Kurz einweichen!

Wenn du rote und gelbe Linsen für 30 Minuten einweichst und sie anschließend kurz im Sieb abspülst, lösen sich die unverdaulichen Kohlenhydrate im Wasser auf und sind später nicht im Kochtopf zu finden.

So kannst du Linsen flexibel für alle Zubereitungsweisen und Gerichte einsetzen ohne lange vorausplanen zu müssen oder Bauchdrücken zu bekommen.

Rote Linsen sind Hauptbestandteil dieses ayurvedischen Kitchari.

Linsen kochen – mit Salz oder ohne?

Salz sorgt dafür, dass Linsen beim Kochen nicht zerfallen. Für Salate ist das prima, für Suppen und Eintöpfe eher weniger.

Ist eine weiche Konsistenz der Linsen gewünscht, gib das Salz erst am Ende des Kochens hinzu, sodass sie schön weich werden.

2.3 Belugalinsen und andere kleine Linsen kochen

Kleine Linsensorten wie Beluga-, Puy- und grüne Linsen müssen nicht eingeweicht werden.
Du solltest sie aber abwaschen, um Schmutz und Staub zu entfernen.

Die Kochzeit beträgt etwa 15 Minuten.

Wegen ihres nussigen Geschmacks und ihrer festen Konsistenz werden sie gern für Salate verwendet. Ein simples und leckeres Rezept findest du hier.

3. Hülsenfrüchte kochen

Ich stelle keinen Unterschied zwischen den einzelnen Sorten fest, das Kochen dauert bei allen Hülsenfrüchten ungefähr gleich lang. Eine Ausnahme bilden rote und gelbe Linsen, die bereits nach fünf bis zehn Minuten weich sind.

In vielen Anleitungen zum Kochen von Hülsenfrüchten ist die Rede von einer Stunde Kochzeit. Bei mir sind Kichererbsen, Kidneybohnen und Tellerlinsen schon nach 15 bis 20 Minuten gar. Ich verwende einen gewöhnlichen Topf auf einem Elektroherd.

Aber umso besser, wieder etwas Zeit gespart! 😉

Wie bereits gesagt: Koche direkt eine größere Menge Hülsenfrüchte. So sparst du dir nicht nur das Planen, Einweichen, Kochen und Abwaschen, sondern auch Energie (deine und die elektrische).

Nach dem Kochen das Wasser abgießen und die Hülsenfrüchte abkühlen lassen.

Erbsen, Bohnen und Linsen kochen nur 15 bis 20 Minuten.

4. Hülsenfrüchte haltbar machen

Beim Einmachen von Hülsenfrüchten besteht die Gefahr, dass Bakterien oder Sporen entstehen, die eine Lebensmittelvergiftung oder einen Botulismus auslösen können.

Um ganz sicher zu gehen, müsste man den Inhalt der Gläser nach dem Öffnen noch einmal aufkochen oder die Hülsenfrüchte gleich zweimal einmachen.

Ich spare mir den Stress und friere die Hülsenfrüchte nach dem Kochen einfach ein!

Hast du 250 g Bohnen, Linsen oder Erbsen gekocht, teile die Menge in zwei Portionen:

  • Direktverzehr (heute oder in den nächsten Tagen essen);
  • Bevorratung.

Bei mir sind das meistens zwei Drittel Bevorratung und ein Drittel Direktverzehr.

Die Portion zum gleich Essen fülle ich in ein Schraubglas, im Kühlschrank sind die Hülsenfrüchte so bis zu vier Tage haltbar.

Den Rest gebe ich in Vorratsdosen und friere sie ein. Möchtest du keine Plastikbehältnisse verwenden, kannst du auch einfach Schraubgläser nehmen.

Tipp:
Schraubglas mit Inhalt ohne Deckel einfrieren. Erst mit dem Deckel verschließen, wenn alles gut eingefroren ist (das Schraubglas könnte sonst im Eisfach zerplatzen).

5. Selbst gekochte Hülsenfrüchte immer zur Hand!

Möchtest du ein Gericht mit Hülsenfrüchten zubereiten, brauchst du nur die Dose aus dem Tiefkühlfach zu nehmen und dir die nötige Menge zu schnappen.

Bei Kichererbsen geht das besonders leicht. Bohnen heften beim Einfrieren aneinander, hier einfach etwas Gewalt anwenden oder 5 Minuten antauen lassen. Den Rest danach wieder einfrieren.

6. Sortenvielfalt aus dem Eisfach

Wenn du diese Prozedur des Einweichens, Kochens und Einfrierens mit verschiedenen Sorten Hülsenfrüchten durchführst, hast du immer unterschiedliche Hülsenfrüchte zur Hand und kannst sie auch in einem Gericht kombinieren.

Bildquellen: © UnsplashTijana Drndarski (Beitragsbild), Manfred Pecha (vier Sorten Hülsenfrüchte), Tanushree Rao (Konserven), Uwe Conrad (Kochtopf), Hermes Rivera (Kichererbsen und Reis); © pixabay: PDPics (splitpeas), ivabalk (gekochte Mungbohnen), jacqueline macou (gekochte Kichererbsen)

Verwendest du getrocknete Hülsenfrüchte oder greifst du zur Konserve? Welche Erfahrungen hast du mit dem Kochen von Hülsenfrüchten gemacht? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

2 Kommentare bei „Hülsenfrüchte kochen leicht gemacht: Erbsen, Bohnen & Linsen kochen und haltbar machen“

  1. Danke für die Tollen Tipps! Jetzt weiß ich, wie ich mit meinen geliebten Roten Linsen besser umgehen kann.
    LG
    Ulrike

    1. Hallo Ulrike,
      es freut mich sehr, dass dir der Beitrag geholfen hat!
      Wie hast du rote Linsen denn bisher zubereitet?
      Herzliche Grüße
      Marion

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